Wand um Wand…
Menschen sind die geborenen Architekten. Sie bauen bizzare Gebäude aus Normalität und tragen den schönen Schein offen vor sich her. „Ja…seht mich an, wie ich glänze, wie wunderbar ich alles im Griff habe und wie wenig mir das Leben kann“…Sie bauen sich undurchschaubare Wände ohne Fenster, stopfen jede offene Stelle mit Gleichgültigkeit und haben doch längst schon vergessen wie es ist, wirklich zu SEIN. Tag für Tag sitzen sie an dem selben Stellen, tun die selben kleinen Dinge und hängen ihre Seelen an die Trostlosigkeit des Alltags. Sie hocken da in mitten ihrer Wände und ihre komplette emotionale Gedankenwelt dreht sich nur um sich selbst…und das einzige was man diesen Menschen geben kann, ist die Freiheit im ihrem selbst geschaffen Kosmos, genau so zu existieren wie sie es sich vorstellen. Zu sagen hat man diesen Menschen eh irgendwann nichts mehr … doch das zusehen und beobachten macht irgendwie betroffen…aber ändern kann das kein Außenstehender.
Aus gegebenen Anlass…
Vor ungefähr 200 Jahren verriet Benjamin Franklin der Welt das Geheimnis seines Erfolges: Was du Heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen. Das ist der Mann der die Elektrizität entdeckt hat. Man möchte meinen, dass mehr Leute auf das hören was er zu sagen hatte.
Ich weiß nicht warum wir Sachen auf die lange Bank schieben, aber wenn ich raten soll, dann hat es wohl viel mit Angst zu tun.
Der Angst vor dem Versagen, der Angst vor Schmerzen, der Angst davor zurückgewiesen zu werden. Manchmal ist es nur die Angst davor eine Entscheidung zu treffen. Denn was ist wenn man falsch liegt? Wenn man einen Fehler macht den man nicht zurück nehmen kann?
Egal wovor wir Angst haben, eines ist mit Sicherheit klar: Wenn das Abwarten schließlich mehr weh tut als die Angst davor eine Sache anzupacken, fühlt man sich als würde man einen riesigen Tumor mit sich tragen.
Wir können nicht so tun als wüssten wir nicht bescheid. Wir alle kennen die Sprüche, haben gehört was die Philosophen raten, oder unsere Großeltern, wenn sie uns gewarnt haben, dass wir keine Zeit verlieren sollen. Oder auch die verdammten Dichter, die uns etwas von „Carpe Diem“ erzählen. Trotzdem müssen wir die Erfahrung manchmal erst selbst machen. Wir müssen unsere eigenen Fehler machen. Und daraus unsere eigenen Erfahrungen ziehen. Wir müssen die Chancen von Heute unter den Teppich von Morgen kehren, bis es einfach nicht mehr geht. Bis wir dann irgendwann selbst verstehen können was Benjamin Franklin gemeint hat. Das es besser ist zu wissen, als sich zu fragen. Das es besser ist wach zu sein, als zu schlafen. Und das selbst das schlimmste Versagen, selbst der größte nie wieder gut zu machende Fehler, besser ist, als es nie versucht zu haben.
