Ich kann nicht schlafen, mir geht soviel durch den Kopf.
Vorgestern wurde mein Vater operiert. Er ist schon eine Weile krank, hat immer viel zu hohen Blutdruck und dadurch ein extremes Herzinfaktrisiko. Nachdem versucht wurde medikamentös zu intervenieren, brach mein Vater eines Tages einfach zusammen. Vermutlich ausgelöst durch einen Virus. Dann ging alles ziemlich schnell hintereinander weg. Einmal im Krankenhaus landete er in der Cardiologie, wo ein BelastungsEKG und diverse Checks gemacht wurden….
Mittels einer Sonde konnte man dann schließlich zwei Gefäßverengungen festgestellt. Am Anfang glaubte man noch man könnte die Gefäße mit Stents (so was wie Röhrchen die direkt in die Gefäße eingesetzt werden und diese dann weiten, damit das Blut wieder ungehindert fließen kann) versehen. Dabei wurde aber festgestellt, dass mein Papa ungewöhnlich angelegte Arterien hat, die anders verlaufen als normal, weshalb man mit der Sonde nicht an die verengten Stellen kam. Aus diesem Grund wurde entschieden zwei Bypässe zu legen, bedeutete OP am offenen Brustkorb. Dieser Eingriff wurde nun gestern durchgeführt und aktuell liegt er auf der Intensivstation. Meine Mama sagt er hat starke Schmerzen, was ich mir nur zu gut vorstellen kann, selbst mein Kaiserschnitt war schon übel, aber gegen so einen Eingriff vermutlich noch ein Spaziergang. Es muss halt alles wieder heilen. Er tut mir so leid und ich wünschte ich könnte was tun ums ihm leichter zu machen. So fühle ich mich total hilflos.
Ich komme charakterlich sehr nach meinem Papa. Wenn gleich ich meine BEIDEN Eltern lieb habe, war und ist mein Papa für mich schon immer der Fels in der Brandung. Wenn ich Rat brauche frage ich ihn, sein Wort hat Gewicht, was er sagt wird gemacht. Selbst jetzt bei Saskia ist er oft mein Joker, wenn ich mal nicht mehr bei ihr weiter komme, oder in einer festgefahrenen Situation stecke. Während ich mit meiner Mama, gerade in meiner Teenagerzeit gerne aneinander geraten bin, hatte ich vor meinem Vater immer eine Mischung aus Respekt und Verehrung… Ich glaube,dass geht Töchtern oft so … dieses „PAPA kann alles und weiß alles“ Denken. Wenn ich was ausgefressen hatte und mein Vater strafend eingriff, war das immer der Punkt wo ich wusste, dass ich so richtig Scheiße gebaut hatte. Auch wenn ich heute nicht mehr neben an wohne und mein eigenes Leben führe, ist er für mich immer ein Anker, der mich am Boden hält. Ich mag eigentlich gar nicht dran denken, aber an solchen Tagen überlegt man, wies wäre wenn dieser Anker fehlt. Ich hoffe und wünsche mir das er wieder ganz gesund wird und das die Schmerzen die er jetzt hat schnell vergehen. Alles andere will ich mir gar nicht ausmalen…
