Ich fang diesen Post mal mit einem zugegeben etwas kitschigen Zitat an:
Bevor Du über mich und mein Leben ein Urteil abgeben kannst,
ziehe meine Schuhe an und gehe meinen Weg,
durchlaufe die Straßen, Berge und Täler meines Lebens,
Erlebe und fühle die Freude und das Glück welches ich erlebt habe.
Erlebe und fühle aber auch die Trauer,
die Schmerzen und die Verzweiflungen die ich erlitten habe,
ohne daran seelisch und körperlich zu zerbrechen.
Schaue Dir alles genauestens an,
und erst dann, kannst Du vielleicht, ein ganz klein wenig, urteilen.
Letzte Woche hatte ich eine lange (recht nette) Unterhaltung. Ich versuche aktuell etwas über mich rauszufinden, auch einiges zu verändern, und das es in letzter Zeit eh etwas ruhiger hier ist und ich nicht schon wieder Passwortgeschützt schreiben möchte, teile ich euch meine Gedanken mal mit. Ob mein Geschreibsel für irgendwen da draußen Sinn macht, weiß ich nicht. Für mich ist es einfach wichtig es mal aufzuschreiben, um es auch für mich mal zu sortieren. Keine Sorge ich versuche es etwas allgemeiner zu halten und nicht zu sehr in persönliche Details zu gehen.
Also los geht’s mit einer Frage die mir gestellt wurde: “Was meinen Sie, ist das eigene Tun begründbar bzw. kann man es immer rechtfertigen?”
Ich bin jemand, der immer wieder in den Reflex gerät sich erklären zu wollen, um verstanden zu werden. Allerdings unterscheide ich deutlich zwischen begründen und rechtfertigen. Es ist doch so, jeder ist die Summe seines “SEINS” und alles Erlebte/ Gelernte beeinflusst dich in deinem Handeln (leider nicht immer nur Positiv). Nicht alles was man tut wird von anderen verstanden oder ist auch nur ansatzweise nachvollziehbar. Manchmal kommen auch Moralische oder Emotionale Dinge dazu, die noch zusätzlich beeinflussen. Andere sind dann schnell dabei einen moralischen Maßstab zu setzen. Man kommt nicht drum rum, sich selber daran zu messen. Was rationell und emotional vertretbar ist, entscheidet jeder sehr persönlich. Trotzdem ist manches was begründbar ist noch lange nicht zu rechtfertigen. Beispiel man baut einen Unfall und verletzt Menschen durch Unachtsamkeit, dann ist das etwas was man nicht rechtfertigen kann. Gründe für die Unachtsamkeit kann es aber trotzdem gegeben. Das ist die eine Seite wo jemand körperlichen Schaden durch mein Handeln nimmt. Etwas was genauso schlimm ist, ist wenn man jemand seelisch/ emotional verletzt.
“Das wollte ich nicht” ist glaub ich einer der am meisten gesagten Sätze der Menschheit. Man beeinflusst bewusst oder unbewusst das Leben, Denken und Fühlen eines Anderen und manchmal entwickelt sich eine fast zerstörerische Eigendynamik. Selbst wenn Dinge schon Jahre/ Jahrzehnte zurückliegen, nimmt es Einfluss. Irgendwann hängt man da dann in einer Art Schleife, auf der es verdammt schwer ist wieder rauszukommen. Aus reiner Bequemlichkeit, geht man manchmal auch Dingen aus dem Weg. Niemand setzt sich gerne mit den eigenen Fehlern auseinander. Klar ist es Dumm, klar ist es unlogisch und natürlich in keiner Weise zu rechtfertigen, aber begründbar ist es irgendwie schon. Nur eben selten von anderen, weil die natürlich andere Geschichten mit sich rumtragen.
